Nur wenige Wochen vor seinem 72. Geburtstag ist der Dirigent Enoch zu Guttenberg am 18. Juni in München gestorben. Er entstammte einem fränkischen Adelsgeschlecht und hatte vier Söhne aus zwei Ehen, von denen der bekannteste Karl Theodor zu Guttenberg sein dürfte, von 2009 bis 2011 zunächst Wirtschafts- und dann Verteidigungsminister unter Angela Merkel.
Enoch zu Guttenberg studierte Komposition und Dirigieren in München und Salzburg. 1967 gründete er die Chorgemeinschaft Neubeuern und seit 1997 war er Leiter des Projektorchesters Klangverwaltung, mit dem er zahlreiche CDS aufnahm. Aus dem siebentägigen Bachfest, das er 2000 erstmals im Königsschloss Herrenchiemsee leitete, entstanden die jährlichen Herrenchiemsee Festspiele mit Guttenberg als Intendant.
Guttenberg war stark im Umweltschutz engagiert und zählte 1975 zu den Mitgründern des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Im Mai 2012 trat er aus diesem allerdings wieder aus, weil er die seiner Meinung nach landschaftszerstörenden Windkraftanlagen ablehnte und den Verdacht der Käuflichkeit des BUND nicht länger mittragen wollte. Umweltpolitisch engagierte er sich auch im Kuratorium der ÖDP-nahen Stiftung für Ökologie und Demokratie. Enoch zu Guttenberg starb im Juni 2018 im Alter von 71 Jahren.

Foto nach der Aufzeichnung des Kölner Treffs, eine Fernsehsendung des Westdeutschen Rundfunks
Fotonachweis: © Superbass / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons), zum Originalfile

Für seine Arbeit erhielt Guttenberg mehrere Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, die Bayerische Staatsmedaille für Verdienste um die Umwelt (2009) sowie den Bayerischen Verdienstorden. Den Deutschen Kulturpreis ECHO Klassik gab er im April 2018 als Reaktion auf die Preisverleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang zurück. Er sprach in diesem Zusammenhang „von einem schmutzigen Menetekel für eine furchtbare Zeit, die angebrochen“ sei.

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